Die Inhalte dieser Site werden nur mit eingeschaltetem JavaScript optimal angezeigt.

Kopfnavigation

Das passende Grabmal

Grabmalvielfalt

Weitere Überlegungen

Mensch & Umwelt

Grabmalpflege

Grabmal entfernen

Rechtliches


8. Was ist ein gutes Grabmal?

a. Gut ist, was gefällt.

Vielerlei Wettbewerbe küren heute die schönsten, innovativsten, handwerklich gelungensten oder günstigsten Grabmale auf dem Markt. Die Gewinner und Preisträger werden durch hochrangige Fachjurys nach allen Regeln der handwerklichen oder künstlerischen Gestaltungskunst ermittelt. Solche Wettbewerbe zeigen exemplarisch gestalterische Antworten auf geänderte Ansprüche und Herausforderungen einer sich stetig wandelnden Bestattungskultur. Betrachten wir den geringen Anteil, den diese neuen Formen auf unseren Friedhöfen ausmachen, so sind sie offenbar nicht Zeugnisse eines allgemeinen Trends oder Kundengeschmacks, sondern besitzen vielmehr eine Vorreiterrolle. Ob sie wirklich "gut" sind, müssen sie zukünftig in der Realität unserer Friedhöfe und neuen Bestattungsorte erst noch beweisen.


Dank für die Zeichnung an Sisam-Ben: www.sisamben.de


Ein gutes Grabmal erfüllt zunächst seinen Zweck - der Zweck wiederum ergibt sich in der Regel aus den Wünschen und Vorstellungen der Hinterbliebenen, gesellschaftlichen und kulturellen Begebenheiten sowie institutionellen Anforderungen seiner Zeit. Das Grabzeichen kann somit Denkmal, Mahnmal, Begegnungstätte, Kunstwerk, Trauerort, Statussymbol, Grabpflege einsparende Abdeckplatte, Namensplatte oder einfach "ortsüblicher Bestandteil eines Grabes" oder sogar "notwendiges Übel" sein. Eventuell ist es ein Kompromiss aus den Wünschen mehrerer Hinterbliebener und den Vorstellungen, die der Verstorbene zu Lebzeiten gäußert hat. Je nach Zweck, können unterschiedlichste Formen, Materialien und Bearbeitungen zum jeweils besten Grabmal-Ergebnis - also einem guten Grabmal - führen.

Ein Grabmal soll in erster Linie den Hinterbliebenen dienen. Damit ergibt sich das sehr heterogene, individuelle Bewertungsbild, das wohl am treffendsten mit den Worten "gut ist, was gefällt" ausgedrückt werden kann. Ob das, was "gefällt" einer per Katalog bestellten Massenware oder eine Designer-Kleinserie entstammt, ob es das Second-Hand-Grabmal, die Beton-Platte oder das handwerklich individuell hergestellte Unikat ist, entzieht sich dem Expertenurteil.

b. Inspiration - was gibt's, was ist möglich?

Das Angebot an Grabsteinen ist riesig - Formen, Material und Preise vielfältig. Hier lohnt ein Vergleich. Schauen Sie sich bei Ihrem Steinmetzbetrieb vor Ort um. Die meisten Betriebe unterhalten eigene Grabmal-Ausstellungen, in denen ein Eindruck von Materialbeschaffenheit, Farbigkeit und Proportionen wohl am besten gewonnen werden kann. Auch unsere Friedhöfe können zur Inspiration herangezogen werden - zeigen sie doch regionale Grabmalvielfalt im jeweiligen Originalzusammenhang. Die räumliche Wirkung des Grabmals in Einheit mit Grab und Grabbepflanzung wird wohl nur hier richtig begreifbar. Eine anonyme, unverbindliche Vorabinformation gewährt das Internet mit zahllosen virtuellen Grabmal-Austellungen und Online-Katalogen. Nachteil: vielfach geben die Abbildungen Feinheiten von Bearbeitung, Material und Form nicht gut wieder. Für konkrete Anfragen zu Gestaltung, Form und Preis empfiehlt sich das Gespräch mit dem Steinmetz vor Ort.

c. Geht nicht - gibt's nicht!?

Ist erst das passende Grabmal gefunden, so heißt dies noch nicht, dass es in jedem Fall auf dem gewünschten Grab errichtet werden darf. Grund sind die Grabmal-Vorschriften in den Friedhofssatzungen der jeweiligen Friedhöfe. Diese geben vielfach Rahmen für Gestaltungen, Bearbeitungen, Material und Maße vor. Im Hinblick auf ein Mindestmaß an formal und inhaltlich korrespondierender Formensprache innerhalb eines Raumes macht eine Lenkung durch die Friedhofssatzung Sinn. Aus Verantwortung für ein ästhetisches Gemeinschaftserlebnis sollte bei der Planung immer auch der räumliche Kontext mit einbezogen werden. Das gute Grabmal passt also in den Rahmen der Friedhofssatzung und damit in das Konzept des Friedhofs. Es erfüllt trotz gestalterischer Vorgaben die Wünsche der Hinterbliebenen. Dies setzt eine hohe Flexibilität des ausführenden Betriebes und ggf. Bereitschaft zu Kompromissen beim Kunden voraus. Die Praxis zeigt: Es ist mehr erlaubt, als man denkt. Das Gespräch mit der Friedhofsverwaltung lohnt immer.

d. Sind Design-Grabmale die besseren Grabmale?

Wenn im Grabmal-Bereich von "Design" gesprochen wird, so ist wohl "Produktdesign" gemeint. Grabmal-Produktdesign befasst sich nicht allein mit ästhetischen Merkmalen eines Grabmals sondern bezieht sich ausdrücklich auf die gute Formgebung hinsichtlich der Funktionalität und der (Serien-)Fertigung eines Grabmales. Die Zweckorientierung der Form unterschiedet diese von den kunsthandwerklichen Grabmalen. Gestaltung unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit und der Ökologie stehen im Vordergrund einer Grabmal-Produktdesign-Linie. Das gute Grabmal-Design bringt passende, ästhetische Formen hervor, die ressoucenschonend unter Berücksichtigung von Energieaufwand, Transportwegen und Arbeitskraft in Serie produziert werden können.
Ein Qualitätsmerkmal indes birgt der Begriff "Design-Grabmal" nicht in sich.

e. Beteiligung an der Gestaltung

Angebote, die sich an den Hinterbliebenen wenden, das Grabmal planerisch oder gar in der Ausführung mit zu gestalten, beinhalten einen oftmals als hilfreich beschriebenen Weg der Trauerarbeit. Die kreative Auseinandersetzung mit dem Verlust und der eigenen, neuen Situation ist das hauptsächliche Anliegen. Im Ergebnis entsteht ein Grabmal, dessen offensichtliche Erscheinung "zweitrangig" ist. Der Trauerprozeß wohnt diesem Grabzeichen gleichsam inne. Er wird beim Grabbesuch des Trauernden erneut positiv angeregt, erschließt sich dem Außenstehenden aber kaum. Kunden, die sich für diese Grabmal-Art entscheiden, beschäftigen sich tiefgehend und zeitintensiv mit ihrem "guten Grabmal". Das Ergebnis ist in jedem Fall ein sehr individuelles und tröstliches.

⊕ Startseite